WIR ÜBER UNS

I. Das Junge Schauspielhaus

Am Ende der Münsterstraße, weit weg von der längsten Theke der Welt, in einer alten Torpedo-Fabrik-Halle an der beschaulichen Grenze zwischen Mörsenbroich und Rath, versehen mit der rätselhaften Hausnummer ›446‹, liegt das ›jüngste‹ Theater Düsseldorfs: Das junge Schauspielhaus ist eine eigenständige Abteilung des Düsseldorfer Schauspielhauses. Es bietet zeitgenössisches Theater für alle Generationen, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Märchen, Mythen und politischen Gegenwartsstücken im Repertoire. Es bietet fünf Neuinszenierungen pro Spielzeit für alle Altersgruppen in ca. 300 Aufführungen und mit ca. 50.000 Besuchern pro Jahr.
Das Junge Schauspielhaus ist ein Treffpunkt für alle Generationen. Hier entstehen Inszenierungen über den Wahn-Sinn des Jungseins.

Die meist kostenlosen theaterpädagogischen Angebote nutzen ca. 20.000 junge Menschen. Es gehört zum Gesamtkonzept des Jungen Schauspielhauses, inszenierungsbezogen Vor- und Nachbereitungen in spielerischer Form, sowie Spielleiter-Fortbildungen für Pädagogen in der schulischen und außerschulischen Bildung anzubieten. Das Junge Schauspielhaus bietet darüber hinaus modellhaft künstlerische Arbeiten von Profis MIT Kindern und Jugendlichen und auch alten Menschen durch eine intensive Kinder- und Jugendclub-Arbeit: Die Produktionen des "K-Club No 1" (08-15-Jährige; Leitung Christina Arnold) des K-Club No 2 (12-15-Jährige; Leitung Nadine Frensch/ Nora Hoch) und des Jugendclubs (16-20-Jährige; Leitung Sven Post) sind Teil des Repertoires.

Auch mit Projekten wie "Künstler in die Schule", "Kulturinstitute und Schule", "Netzwerk Odysseus" in der OGATA, "Düsseldorf-ist-ARTig" und "Düsseldorfer Kulturrucksack" werden Möglichkeiten des Theaters mit jungen Künstlern aufgezeigt.
Aus dieser Arbeitsweise heraus definiert sich das Junge Schauspielhaus als Ort, der sich aus der Nähe und vielfältigen Vernetzung mit seinem Publikum heraus Theater für junge Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Kulturen entwickelt.

Wir begrüßen in der Spielzeit 2009/2010 zwei neue SchauspielerInnen an unserem Haus: Till Fühwald und Insa Jebens treffen auf sechs Schauspieler, die seit vielen Jahren (nicht nur) an der ›446‹ für Furore sorgen: Tina Amon Amonsen, Sina Ebell, Friederike Linke, René Schubert, Christof Seeger-Zurmühlen und Alexander Steindorf.

Fruchtbare Partnerschaften wachsen unaufhaltsam weiter: Mit dem ›Kulturzentrum der Generationen‹, mit ›take off: junger tanz. Tanzplan Düsseldorf‹, dem Altstadtherbst und der Clara-Schumann-Musikschule, dem Projekt ›Düsseldorf-ist-ARTig‹, dem Verein KABAWIL e.V. und der Begabtenförderung der Stadt Düsseldorf.
Und weil unsere Arbeit in jeder Hinsicht Unterstützung braucht, begleitet uns unser ›Förderverein Junges Schauspielhaus‹ tatkräftig und liebevoll und freut sich mit uns über die überwältigend positive Resonanz, die das Junge Schauspielhaus im In- und Ausland mittlerweile erhält.

II. Theater für alle Generationen

Ein Kinder- und Jugendtheater ist kein Ghetto. Es verhandelt die Themen Kindheit und Jugend auf eine Weise, die für "Menschen ab..." geeignet ist. Also immer auch für Erwachsene, die sich erinnern an den dramatischen Weg des Erwachsenwerdens, die wissen wollen, was Jugendliche bewegt, die sich berühren lassen wollen von sinnlichen, komödiantischen Geschichten, die mit dem Hier und Jetzt unserer Gesellschaft zu tun haben. Theater als Spiegel der Zeit, aber auch als homöopathische Medizin: sie bekämpft nicht die Übel, sondern sie deckt sie auf. Nur so ist Heilung möglich.

Das Theater für alle Generationen hat einen Traum: Täglich sitzen nachmittags und abends Menschen aller Generattionen freiwillig im Theater, lachen und weinen zusammen und erleben über Schichten-, Kulturen- und ALtersgrenzen hinweg große, abgründige, existentielle Geschichten, in denen Menschen um Menschlichkeit ringen. Anschließend sind die Herzen weit geöffnet, um in der WUNDERBAR, im Foyer, miteinander und mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Worüber? Über das Leben und die Kunst.

Der Weg zu diesem Ziel des Theaters für alle Generationen führt über das KULTURZENTRUM DER GENERATIONEN, ein Modellprojekt bürgerschaftlichen Engagements. Seniorinnen und Senioren treten mit jungen Menschen über die Kultur in einen Dialog. Im Theater. Kostenlos.

III. Theaterkunst für junges Publikum

Der Weltpräsident der ASSITEJ, Prof. W. Schneider (Universität Hildesheim) schreibt jüngst in "Theater der Zeit" (12/2006): "Es gibt nach meiner Erfahrung überhaupt nur eine verbindliche Forderung an Stücke bzw. Inszenierungen für das Kindertheater, und das ist die nach abgründigen Geschichten, also nach Geschichten, die bis an den Abgrund gehen, die Konflikte nicht bagatellisieren, beschwichtigen, wegkuscheln, sondern in ihrer existentiellen Tragweite den Kindern zumuten." Professor Wardetzky (die an der UdK Berlin das Fach "Theater in der Schule" unterrichtet) ergänzt dazu: "Das Leben der Kinder ist kein Spaziergang durch ein Paradiesgärtlein. Es kann die Hölle sein - und wenn man Kinder im Theater nicht betrügen will, dann gehört auch die Hölle auf die Bühne... Kinder wollen im Theater nicht geschont werden. Sie fühlen sich erst dann wirklich ernst genommen, wenn im Spiel auf der Bühne ihre eigenen Grenzerfahrungen sichtbar und erlebbar werden."

Theaterkunst für junge Leute ist:

a) eine Schule des Sehens. geschult wird Wahrnehmungsfähigkeit, künstlerisches Urteilsvermögen und Geschmacksbildung.

b) eine Schule des Lebens. Theater verhandelt die gegenwärtige Welt und die Träume und Nöte junger Menschen in dieser Welt. Es stellt die Welt als eine komplizierte dar und lehrt die Fähigkeit, die Widersprüchlichkeiten einer komplexen Welt auszuhalten. Es macht Mut, sich dieser Welt zu stellen, indem es Helden und Vorbilder zeigt, mit denen sich Kinder und Jugendliche identifizieren.

Zuschauer lernen so, die Zeichen des Theaters und die Zeichen der Zeit gleichzeitig zu entschlüsseln. Und haben Spaß, Anregung, Vergnügen, Reibungsfläche und Orientierung dabei.

realisiert durch: Apikula Kulturgenuss online